QUEEN OF CONVENIENCE
Donnerstag, 26 April 2007
“Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch…”. Dieser Satz kann zum absoluten Totschläger werden, wenn der eigene Lieblingskünstler plötzlich in einem Atemzug mit musikalischen No-gos genannt wird und sich der so geschätzte Geheimtipp-Bonus zu verflüchtigen droht. Nun gut, Leslie Feist ist dem Insiderstatus sicherlich spätestens mit dem 2004er Album Let It Die, das in allen korrekten Pop-Gazetten abgefeiert wurde, entwachsen. Trotzdem blieb das Gefühl: Menschen, die diese Platte mögen, könnten zumindest theoretisch meine Freunde sein.
Mit dem Erscheinen des neuen Albums The Reminder könnte sich das allerdings ändern, was aber weniger die Schuld von Frau Feist ist, sondern mit einer unerwarteten Medienresonanz allerorten zusammenhängt. Vom Sat1-Frühstücksfernsehen bis zum ARTE Kultur-Magazin: Feist auf allen Kanälen. Jedes Blatt, vom Gratis-Stadtmagazin bis zur Spex, hievt die Kanadierin auf den Titel. Sogar das Feuilleton (Welt, Zeit, FAZ) scheint einen neuen Liebling entdeckt zu haben und überschlägt sich regelrecht.
Und was das Schlimme ist: sie haben doch alle recht! The Reminder ist eine ganz wunderbare Spätfrühlings-/Frühsommerplatte geworden, und sie wird auch den Rest des Jahres noch zu verzaubern wissen und selbstverständlich auf allen Bescheidwisser-Jahres-Hitlisten erscheinen (und nicht nur da!). Ach, und wen interessiert’s, dass sie auch den Weg in Regale von Norah-Jones-und-Katie-Melua-CD-Besitzern finden wird. Es ist schließlich nie zu spät umzukehren…
Nachtrag:
“Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch…
…Amy Winehouse, Arctic Monkeys, Maximo Park…”!
Puuh, das ging ja gerade noch mal gut…
Ansehen: Feist - One Two Three Four (Video)


