Archiv für Mai, 2007

TOBIAS THOMAS - PLEASE PLEASE PLEASE (KOMPAKT)

Samstag, 19 Mai 2007

Please Please PleaseNur wenige Monate nach Michael Mayers Immer 2 haut Kompakt (schon im April wohlgemerkt) die nächste Mix-CD auf den Markt. Eigentlich wollte ich auch schon längst etwas zu Please Please Please von Tobias Thomas geschrieben haben. Gut, dass mein Phlegma dies bisher zu verhindern wusste, denn dies ist einer dieser Mixe der (man möge mir diese Phrase verzeihen!) mit jedem Durchlauf wächst! Das erste Hören ließ mich sicher nicht enttäuscht, aber doch ein wenig ratlos zurück. Okay, die erste Bassdrum setzt erst bei Track 4 nach sage und schreibe 11 Minuten ein, aber das kannten wir ja auch vom Kollegen Koze und seinem Kompakt-Mix. Auch die Tatsache, dass kein großer Clubhit verbraten wurde: geschenkt! So was überlässt man dem Sven. Was war es aber dann, was irritierte? Vielleicht, dass in jeder Minute spürbar ist, dass nicht das Funktionieren des Mixes im Vordergrund steht (schon gar nicht auf einem imaginären Dancefloor), sondern die persönliche Beziehung zu den Tracks und ihren Erzeugern. Wie bei Tobias Thomas’ ersten beiden Compilations Für dich und Smallville scheint jedes Stück trotz seiner brutzelnden Verschrobenheit ständig “Pop!” zu rufen! Zum Dahinschmelzen, wenn man sich nur drauf einlässt.

Tracklist:
01 Pantha Du Prince - Butterfly Girl (Pantha Lost the Beat Version)
02 Adolf Noise - Was ist zuviel Zeit (Dub)
03 Pantha du Prince - Reprise
04 Krause Duo - Kingpult
05 Johannes Heil - Aquarius
06 Vulva String Quartett - Wild Wild Berry
07 Ricardo Villalobos - The Contempt (Trip Tollsmix)
08 The Kooky Scientist - A Little Older, A Little Bolder
09 Thomas/Burger - My Favourite Dress (Theme 2006)
10 Reinhard Voigt - Suchtkultur
11 Pachulke Und Sohn - Läuft gut
12 Brant feat. Mr. Roper – Last Night I Dreamt That Somebody Loved Me (Ada mix)
13 International Pony – Gravity
14 Stella – Dreams (Thomas/Geiger mix)

www.kompakt-net.com

PS: Bei allez-allez gibt es einen Tobias Thomas Mix (47 Min) unbekannter Herkunft, ebenfalls mit exzellenter Tracklist.

“WIR SIND DIE PET SHOP BOYS”

Dienstag, 15 Mai 2007

Ein paar schwammige Handy-Foto-Eindrücke von den Pet Shop Boys in der Philipshalle am letzten Freitag.

PSB ©soulid.com

Die… äähm, Boys waren auf Best-Of-Tour und ich hatte das Glück, Tickets gewonnen zu haben, so dass einer kleinen Zeitreise nichts im Wege stand. Auch die Aussicht auf merkwürdiges 80er-Party-Publikum konnte mir die Vorfreude nicht vergällen; im Gegenteil, war doch die Gewissheit zu den jüngsten Anwesenden zu gehören eher verlockend.
Das Retro-Ambiente der Philipshalle mit dem Abiballcharme einer Schulaula war absolut passend, und in der Tat: die “Crowd” war so ganz anders als die, die man sonst bei Konzerten der coolen Sorte antrifft. Und das empfand ich beinahe als erfrischend…

PSB ©soulid.com

Neil Tennant und Chris Lowe (im stylishen Neon-Kapuzenpulli) waren nicht allein gekommen. Eine handvoll Hupfdohlen und Sänger plus Discodiva sorgten dafür, dass die Bühne nicht zu leer blieb. Das dominante Showelement war aber der Videoscreen im Hintergrund (kommt in den Bildern leidlich zum Ausdruck), denn als Rampensäue waren die Pet Shop Boys noch nie verschrien. Vielmehr pluckerte der Computer vor sich hin und Chris Lowe bediente mit minimalistischen Moves sein Keyboard. Schließlich war das Credo der beiden immer die Abkehr vom klassischen Muckertum und das Kreiieren einer cleanen, aber nie kalten Popästhetik

Wer also spezielles Live-Feeling erwartet hatte, wurde enttäuscht. Nicht nur der Sound entsprach 1:1 dem Original von Platte, auch Mr. Tennants Stimme klang unverändert wie am ersten Tag. Unglaublich gut!

Kuschelatmosphäre kam schließlich auf, als Neil zur Akustikgitarre griff und Home and dry anstimmte, vielleicht der intensivste Moment des Konzerts. Ansonsten blieben die Pet Shop Boys keinen ihrer Hits schuldig, und auch einige Songs ihres letzten Albums Fundamental (I’m with stupid, Minimal, The Sodom And Gomorrah Show) standen auf dem Programm.

PSB ©soulid.com

Besonderer Dank gebührt den Jungs dafür, dass nicht das unvermeidliche Go west den Abend beendete, sondern einer meiner absoluten Favourites, Being boring vom Album Behaviour.

THE WHITEST BOY ALIVE @ZAKK

Mittwoch, 9 Mai 2007

The Whitest Boy AliveDer erste Eindruck war ernüchternd: nur wenige Leute verloren sich eine viertel Stunde vor offiziellem Konzertbeginn am Montagabend in der großen Halle des zakk. Sollte sich das Vorurteil, dass man gute Musikveranstaltungen in Düsseldorf zu wenig zu würdigen weiss, hier und heute bewahrheiten? Nächstes Mal also doch lieber wieder nach Köln? Nun weiss der erfahrene Konzertgänger, dass Angaben von Uhrzeiten in Musikerkreisen eher symbolischen Charakter haben (irgendwie will das Ticket ja mit Schrift gefüllt werden). Ob sich dabei in grauer Popsteinzeit die Künstler dem notorisch zu spät kommenden Publikum oder die Zuschauer den unpünktlichen Musikanten angepasst haben, mag eine interessante Frage sein, die aber an dieser Stelle nicht geklärt werden kann.

So begann auch der Auftritt von The Whitest Boy Alive (zum Glück) erst um 22.00 h in einem dann doch immerhin zu zwei Dritteln gefüllten zakk. Die Band um den King Of Convenience Erlend Øye startete smooth, steigerte sich jedoch ähnlich dem Aufbau eines guten DJ-Sets in einen euphorischen Rausch, der die Zuschauer alles andere als kalt ließ. Der Vergleich macht Sinn, schließlich haben die blassen Jungs einstmals als elektronisches Dance-Projekt angefangen, mit DJ Highfish a.k.a. Martin Öz einen waschechten Club-DJ und mit Herrn Øye einen weiteren (Teilzeit-)Schallplattenunterhalter an Bord. Vor allem Synthie-Mann Daniel Nentwig entlockte seinem Gerät Effekte, die dem diskoiden Sound die entscheidende Technokrone aufsetzte und das Volk endgültig in den Dancefloor-Himmel schickte.

Mit dem Hit Burning war der ganz und gar nicht heimliche Höhepunkt des Gigs erreicht. Eine Zugabe folgte, doch dann war dem Spektakel dank einer noch recht überschaubaren Band-Diskografie ein natürliches Ende gesetzt. Wer nicht genug bekommen oder den Termin verpasst hat, kann The Whitest Boy Alive auch beim Düsseldorfer Open Source Festival im August erleben.

Sympathische Note am Rande: die Jungs kümmerten sich höchstpersönlich um den Ansturm der Merchandise-Süchtigen, zu denen auch der Autor dieser Zeilen gehörte.

GUDRUN GUT - MOVE ME

Freitag, 4 Mai 2007

Gudrun Gut (Mania D, Malaria!, Matador, Monika Enterprise) im de:bug-Interview über die Entstehung des Videoclips zu Move me (aus dem Album I put a record on auf Monika Enterprise):

Also dieser “Move Me”-Clip ist folgendermaßen entstanden: Meine Freundin Manon hat eine ungefähr zwölf Jahre alte Tochter. Sie und ihre Freundin filmen sich den ganzen Tag, so zum Spaß. Wenn sie spielen, filmen sie sich. Wir haben früher ohne Filmkamera gespielt, ich erinnere mich gut, als ich mit Puppen gespielt habe - es ist ja auch wie eine Filmszene. Sie machen dazu die Kamera. Als Manon mir das erzählte, dachte ich mir, es wäre doch toll, wenn die Lust hätten, einfach einen Clip für mich zu machen! Das wollten sie auch unbedingt und überlegten sich die Choreografie, nachdem sie noch ein paar Clips auf MTV angeguckt hatten. Sie filmten auch schon die Proben mit, bauten die Szene mit dem Vorhang und dem “Move Me“ drauf auf, brachten Klamottenberge mit, liehen sich in der Volksbühne extra noch Schuhe aus. Dann hatten wir natürlich irre viel Material und ich wusste nicht so richtig, wer das schneiden sollte. Es musste einer mit Gefühl für die Situation sein, es sollte auch nicht zu sexy werden. Manon schlug Filmemacherin Ute Schall von poleposition vor, die z. B. für Pollesch am Prater die Videos macht, eine eigene Filmfirma hat und gewohnt ist, mit so spontanem Homevideo Footage zu arbeiten. Sie kennt auch die Mädchen und es hat geklappt - sie hat’s super zusammenmontiert!

Das Ergebnis ist wirklich der Hammer, ebenso der tango-esque Track. Überflüssig zu sagen, dass man dieses Video wohl nie im Musik-TV wird sehen können, aber wofür gibt’s YouTube:

KOPF HOCH, TANZEN!

Dienstag, 1 Mai 2007

top 10 im mai

01 move d / ac1d ep / modern love
02 trentemøller / moan (radio slave’s remix for k) / pokerflat
03 feist / the reminder (album) / universal
04 aril brikha / akire / pokerflat
05 v.a. / please please please (tobias thomas) / kompakt
06 daso / absinthe ep / connaisseur
07 v.a. / 4 season sampler vol. 1 / jet set
08 junior boys / in the morning (hot chip remix) / domino
09 maximo park / our earthly pleasures (album) / warp
10 camille / ta douleur remixes / white