Archiv für August, 2008

c/o pop 08: Hercules & Love Affair

Sonntag, 17 August 2008

Disco-Inferno im Gloria-Theater: Die New Yorker Tanzkapelle Hercules & Love Affair um Mastermind Andy Butler machte am Donnerstag Abend in Köln Station. Das Debut auf dem LCD-Label DFA gehört sicherlich zu den meistgehypten Alben zur Zeit, und die Single-Auskopplung Blind featuring Antony Hegarty (Antony & The Johnsons) ist der wohl betörendste Dancetrack seit langem. Entsprechend groß war die Spannung vor dem erst zweiten Liveauftritt in Deutschland. Die Erwartungen konnten eigentlich nur enttäuscht werden, zumal es kein Geheimnis war, dass die Band auf die prägnante Stimme Antonys würde verzichten müssen.

Gegen halb elf enterten acht Personen die Bühne und zündeten von Minute eins an ein Discofeuerwerk erster Güte; ein „Tanz-Konzert“ wie es im Buche steht, das von den zwei Sängerinnen (die unterschiedlicher nicht sein könnten: die androgyne Kim Ann und die sexy Disco-Transe[?] Nomi) und einem nicht enden wollenden Moroder-Basslauf geprägt war. Nur einmal brach die Musik ab, doch der Versuch Butlers, seine Band vorzustellen, wurde von einem frenetisch jubelnden Kölner Publikum kaum zugelassen. Nach etwa einer Stunde (mehr gibt die Discographie noch nicht her) inklusive einer Zugabe hatte der Spaß leider schon ein Ende. Eine grandiose Live-Umsetzung von Disco, die die Studiotracks noch in den Schatten stellt, die ahnen lässt, was im New York der 70er Jahre los gewesen sein muss, und die dennoch nicht bloß retro ist. Mit Sicherheit der Konzerthöhepunkt der c/o pop und mein Highlight des Jahres bisher.

PS: am 27.08. auch noch in Hamburg zu sehen, Tipp!

„Black Moses“: 1942 – 2008

Dienstag, 12 August 2008

Auch wenn man Isaac Hayes wohl auf ewig mit dem Soundtrack zum Blaxploitation-Klassiker Shaft in Verbindung bringen wird (kein Wunder: größter kommerzieller Erfolg, Grammy, Oscar), handelt es sich dabei doch nur um einen Bruchteil seines wichtigen Beitrags zur R&B- und Soulmusik. Angefangen als Komponist für das Stax-Label brachte er es im Team mit David Porter auf über 200 Songs, darunter Sam & Dave’s Soul Man, bevor er das erste mal als recording artist unter eigenem Namen in Erscheinung trat. Neben weiteren Soundtracks (Truck Turner, Tough Guys) veröffentlichte er ab Ende der 60er Jahre diverse Soloalben mit den für ihn charakteristischen epischen Songs (15+ Min. waren keine Seltenheit), z.B. seine unerreichte Version des Bacharach-Klassikers Walk On By oder Ike’s Mood I. Maßgeblich beeinflusst hat er mit seinem Style des cool, black pimp, der mit Goldketten und Glatze den starken, selbsbewussten Afro-Amerikaner repräsentierte, nicht zuletzt auch die heutige Hip-Hop-Kultur.

Späte Erfolge feierte er mit der Sprecherrolle des Chef in der Serie Southpark und dem Song Chocolate Salty Balls. Nicht zuletzt durch die Verwendung seiner Musik in zahllosen Samples blieb er bis heute Teil der modernen Popkultur.

Muppets 2.0

Sonntag, 10 August 2008

…Und schon wieder lustige Puppen: bei youtube sind (anscheinend neue) Videoclips mit den allseits beliebten Muppets aufgetaucht, u. a. mit Waldorf und Stattler, die sich über das Internet auslassen, und ein Gonzofilm mit dem Titel Classical Chicken. Marketingstrategie, die auf ein Comeback der Muppetshow hindeutet? Wir werden sehen…

via 1live